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Erklärung des Verbandsschiedsrichterausschusses

Freitag, 16. November 2018

Erklärung des Verbandsschiedsrichterausschusses angesichts der Gewalthandlungen gegen Schiedsrichter in den vergangenen Wochen.

Dass der abnehmende Respekt gegenüber Schiedsrichtern und damit verbundene Gewalthandlungen gegen Unparteiische mittlerweile geradezu regelmäßig hingenommen werden müssen, ist eine Tatsache, die nicht mehr wegzudiskutieren ist.

Angesichts aber einer Reihe von mehreren Vorfällen in den vergangenen Wochen ruft der Verbandsschiedsrichterausschuss nicht nur die Vereine auf, ihr eigenes Handeln zu überdenken und sich die Rolle des Schiedsrichters als notwendigen Bestandteil des Fußballspiels in Erinnerung zu rufen. Darüber hinaus verweist der Verbandsschiedsrichterausschuss eindringlich auf § 56, Absatz 2j der Spielordnung des Hessischen Fußballverbandes.
Dort heißt es: „Außerdem ist der Platzverein verpflichtet, vor, während und nach dem Spiel für den Schutz der Gegner, Schiedsrichter und Schiedsrichter-Assistenten bis zur Abreise Sorge zu tragen.“

Wir rufen diesen Passus angesichts von Vorkommnissen bei einem Verein im Kreis Offenbach in Erinnerung, die in ihrem Ausmaß Dimensionen erreicht haben, die nicht mehr zu tolerieren sind: Bereits im September dieses Jahres wurde dort anlässlich eines D-Junioren-Spiels der angesetzte Schiedsrichter vom Vater eines Jugendspielers bedroht, gewürgt und bedrängt. Nun wurde beim gleichen Verein anlässlich eines A-Junioren-Spiels der angesetzte Schiedsrichter von einem zuvor des Feldes verwiesenen Spieler getreten, bespuckt und auf übelste Weise beleidigt, so dass der Schiedsrichter das Spiel abbrach. Der Trainer des Heimvereins machte währenddessen keinerlei Anstalten, den Schiedsrichter zu schützen, sondern sammelte stattdessen auf dem Spielfeld die Bälle ein. Platzordner waren nicht vor Ort.
Anschließend dauerte es knapp zehn Minuten, bis dem Schiedsrichter vom Trainer die verschlossene Kabinentür geöffnet wurde.
Dabei kam es zu weiteren Beleidigungen. Auf dem Weg zum Auto wurde der Schiedsrichter mit Gegenständen beworfen. Nach Abfahrt des Schiedsrichters versuchten Spieler des Heimvereins, die Straße mittels einer Fahrradbarrikade zu blockieren. Am kommenden Tag wurde der Schiedsrichter in den sozialen Netzwerken verunglimpft. Der Vorstand des Vereins hat die betreffende Mannschaft mittlerweile vom Spielbetrieb abgemeldet und den Trainer freigestellt.
Dass am gleichen Tag ein Schiedsrichter im Kreis Wetzlar bei einem B-Junioren-Spiel ebenfalls nach einem Feldverweis von einem Spieler attackiert wurde, dabei das Gleichgewicht verlor und sich eine Schürfwunde und Prellungen zuzog (den Tritten des Spielers konnte er ausweichen), rundet das verheerende Bild ab.

Der Verbandsschiedsrichterausschuss ist nicht gewillt, Eskapaden dieser Art weiterhin unkommentiert hinzunehmen. Zudem fordert er die Vereine auf, umgehend das Verhalten ihrer Spieler, Trainer und Funktionäre zu kontrollieren und zusätzlich ihrer Schutzpflicht gegenüber den Schiedsrichtern nachzukommen. Diese Forderung wird vom Präsidium des Hessischen Fußballverbandes ausdrücklich unterstützt.

Gezeichnet:
Gerd Schugard, Verbandsschiedsrichterobmann
Karsten Vollmar, stv. Verbandsschiedsrichterobmann
Andreas Schröter, Verbandslehrwart
Christoph Schröder, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit